Wohnkosten

arrow Baukostenzuschuss, Grundkostenanteil und Kaution
   In Abhängigkeit von  der jeweiligen Förderung des Bauvorhabens heben gemeinnützige Wohnungs-
   unternehmen   Finanzierungsbeiträge  ein.  Darunter  fallen  etwa  ein  Baukostenzuschuss  oder  ein
   Grundanteil.
   Diese Eigenmittelleistungen sind anlässlich der Überlassung einer Wohnung zu entrichten.
   Hiedurch verringert  sich das Ausmaß an Fremdfinanzierung (Hypothekardarlehen) und somit auch
   die Höhe der monatlichen Vorschreibungen. Nach einer Beendigung des Nutzungsverhältnisses hat
   der ausscheidende Mieter einen Rückzahlungsanspruch, welchem die gemeinnützige Bauvereinigung
   binnen 8 Wochen nach Wohnungsräumung entsprechen muss.
   Während  die  geleisteten Beiträge  bis  Dezember 2000  mit  2 % p.a. abgeschrieben  und  gleichzeitig
   anhand   des   VPI  (Verbraucherpreisindex)   aufgewertet  wurden,  entfällt   seit   2011  jegliche  Auf-
   wertung.
   Der Gesetzgeber halbierte jedoch die Abschreibung  gleichzeitig auf 1 % pro Jahr. Geschäftsguthaben
   können zur Gegenverrechnung mit offenen Forderungen der Genossenschaft herangezogen werden.
   Dies kommt in Betracht, wenn etwa nach  Beendigung des Mietverhältnisses  ein Zahlungsrückstand
   aushaftet oder  die Wohnung  nicht in  einem  ordnungsgemäßen  Zustand zurückgestellt wird.  
   Demselben  Zweck  dienen  Kautionen, welche  jedoch  nur  dann zu  leisten  sind, wenn  förderungs-
   rechtliche Gegebenheiten keine oder lediglich äußerst geringe Finanzierungsbeiträge vorsehen.
   Falls   nach   ordnungsgemäßer  Wohnungsrückgabe   keine  offenen  Forderungen  seitens  des  Ver-
   mieters  bestehen, wird  dem/der ausscheidenden  Mieter/in die  geleistete  Kaution samt Verzinsung
   refundiert.

arrow Monatliche Vorschreibung
   Die  sog. "Monatsmiete" wird  im genossenschaftlichen  Bereich  als Nutzungsentgelt bezeichnet.
   Vielfach   stößt   man  auch  auf  Begriffe  wie  "Kaltmiete", "Nettomiete", "Bruttomiete  inkl.  Heiz-
   kosten" etc. Deshalb wollen wir an dieser Stelle vereinfachend von monatlichen Vorschreibungen
   sprechen.
   Diese  setzen sich  aus  mehreren Bestandteilen zusammen. Die folgende Erläuterung sollte einen
   groben Überblick überschaffen:

   - Annuität:
  
Wohnhausanlagen werden regelmäßig unter Inanspruchnahme von Darlehen (Wohnbauförderung/
   Land OÖ  und  Bank)   errichtet.   Die  entsprechenden  Rückzahlungsraten/Annuitäten   dienen  der
   Tilgung der eingesetzten Fremdmittel samt Verzinsung.
   Während  Hypothekardarlehen in   Abhängigkeit vom  allgemeinen Zinsniveau Schwankungen unter-
   liegen,   steht  bei  Förderungdarlehen  fest, zu  welchem  Zeitpunkt  sich  die  Zinssätze  in  welchem
   Ausmaß verändern. Je  nach   Förderungsmodell   können  bei älteren  Wohnhausanlagen deutliche
   "Annuitätensprünge"   zu   verzeichnen   sein.   Höhere   Rückzahlungsraten  verteuern  deshalb  die
   monatlichen Vorschreibungen.

   - Eigenmittelverzinsung:
  
Die   von   der  WSG   für  das   Bauvorhaben   eingesetzten   Eigenmittel   werden  anhand   der  vom
   Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz  (WGG) vorgegebenen, niedrigen Sätze verzinst.
  
   - Verwaltungskosten:
  
Hiebei kommt ein pauschalierter Betrag zur Vorschreibung, welcher jährlich nach Maßgabe der Ent-
   geltsrichtlinienverordnung   angepasst  wird.  Als  WSG-Spezifikum  verbleibt  anzumerken, dass die
   erhöhten   Verwaltungskostensätze  nicht   bereits  ab  Kundmachung,  sondern  erst   per 1. Jänner
   des Folgejahres  angepasst werden.  Nachdem  die  Bekanntgabe der  neuen Sätze  jeweils  im März
   bzw. April erfolgt, kommt diese Regelung unseren BewohnerInnen zugute.  

   - EVB:
  
Der Erhaltungs- und Verbesserungsbeitrag (EVB) dient  der Finanzierung von notwendig werdenden
   Erhaltungs- bzw.  nützlichen Verbesserungsarbeiten. In  der Vorschreibung werden  hiebei mitunter
   mehrere Positionen ausgewiesen. "EVB I" steht für die gesetzlich vorgesehene Grundstufe, während
   der "EVB II" den darüber hinausgehenden, vom Baualter abhängigen Teilbetrag wiedergibt.
   Im Sinne der  im Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz   vorgesehenen  Staffelung   kommt  der EVB II
   frühestens  nach 10 Jahren  ab  Erstbezugsdatum  zur  Anwendung  und  erhöht  sich nach 20 Jahren
   nochmals.
   Wenn  infolge  anstehender (General-)Sanierungen  mit  den  normierten  Beträgen  kein  Auslangen
   gefunden  werden  kann,  ist   im    Wege  eines  Verfahrens  vor  dem  Bezirksgericht  oder  Mietzins-
   schlichtungsstelle, ein zeitlich befristeter, höherer EVB festzusetzen.
   In der Monatsvorschreibung finden Sie diesfalls die Teilposition "EVB lt. § 14 (2)".
   Falls   die   über  die  Grundstufe (EVB I)  hinausreichenden   Beträge  nicht  innerhalb  von  10 Jahren
   für  die Finanzierung  von  Erhaltungs- und  Verbesserungsarbeiten  herangezogen werden, sind die
   geleisteten  Zahlungen zurückzuerstatten. Dies  kommt  jedoch nur in Ausnahmefällen zum Tragen,
   da sich der eingehobene EVB ohnehin an den absehbaren Aufwendungen orieniert.  

   - Betriebskosten:
  
Unter dem Sammelbegriff "Betriebskosten" fallen insbesondere
   -  öffentliche Abgaben (Wasserversorgungs- und Kanalgebühren, Grundsteuer, Müllentsorgung;
   -  Strom- und Beleuchtungskosten für allgemeine Teile des Hauses;
   -  Auslagen für Unratabfuhr, Schädlingsbekämpfung, Rauchfangkehrer und Kanalräumung;
   -  Versicherungsprämien (Brandschaden, Haftpflicht, Sturm- und Leitungswasserschaden);
   -  Reinigungskosten   Betriebskosten  werden  im  Wege von monatlichen Pauschalraten vorge-
      schrieben, wobei jeweils bis 30. Juni des Folgejahres eine exakte Abrechnung erfolgt. 

   - Heizkosten:
  
Ähnlich wie bei den Betriebskosten sind monatliche Akontozahlungen zu leisten, welche nach-
   träglich anhand  des tatsächlichen  Energieverbrauches  abgerechnet werden.  Je   nach Art der
   Energieversorgung    (zB  Zentralheizung,   Fernwärme,   Gasetagenheizung)   kommen    unter-
   schiedliche Verrechnungsmethofen zur Anwendung.
   Bei Modellen mit  individueller  Zahlung an das jeweilige Versorgungsunternehmen entfällt die
   Position Heizkosten auf Ihrer WSG-Monatsvorschreibung: 

  - USt:
  
In Abhängigkeit vom gesetzlich normierten Steuersatz sind die einzelnen Teilbeträge der
   monatlichen Vorschreibungen überwiegend mit 10 %, manche hingegen (zB Heizkosten)
   mit 20 % zu versteuern.